Freitag, 10. April 2015

Ayam cemani - aloha he!

Tja, nachdem es im letzten Jahr nix geworden war, ist es nun umso schöner. Endlich habe ich eine Miko-Herde Ayam Cemani, die nach den ersten Todesfällen (Plötzlicher Kindstod - Sudden Infant-Chicken Death) blüht und gedeiht. MIKRO-Herde heißt:
zwei Hähne (glaube ich) und ein Hennelchen.




Außerdem ein Hennchen, das ich Ayam Mixi genannt habe, sie ist eine Kreuzung aus Ayam Cemani Papa und New Hampshire Mutter, allerdings einer sehr alten Dame - acht soll sie sein - hat also langlebige Gene.Außerdem dabei der kleine Gelbopottel, der eine echte Austradotte ist. Das Problem dabei: die Ayams wachsen, ER nicht. War ein versuchstier, um die Brut- und Überlebensparameter bei Kunstbrut der Ayams zu prüfen. Nun, auch bei den Austradotten hat es sich zugetragen, dass sie nicht gut gekunstbrütet waren in diesem Fall, deswegen bin ich unsicher, woran es lag. FAKT ist: ich werde wohl einen Ayam Cemani-Hahn abgeben und eine Henne dazukaufen müsssen. Oder warten. Oder ein paar Austradottenhennen dem Ayam-Hahn zugeben, damit er seine Ayam-Gene spreaden kann.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Hühner retten in Barcelona, oder: Kurzmission zu Gallina Espanola


Flightnotes – Barcelona ole, oder auf Mission zu Gallina Espanola – Hühnerrettung in Spanien 15.2.15 – 18.2.15



Wenn es so ist, dass man als Mensch Kenntnis von Unrecht oder Misstand erhält, gibt es verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen.

Man kann wegsehen.

Man kann urteilen.

Man kann handeln.

 Häufig verwenden wir viel Energie dafür, uns oder anderen zu erklären, wie man „besser“ handeln kann.

Oder waum man „nicht handeln“ kann.

Irgendwann stolpern wir dann über unsere sorgsam zurechtgelegte eigene Wirklichkeit und stoßen uns ganz mächtig....



Darauf habe ich relativ wenig Lust und deswegen habe ich, nachdem ich mich mehrmals dabei ertappt hatte, wie ich die Modalverben „sollte“, „könnte“ und „müsste“ verwendet habe, Ende Dezember festgelegt, zu machen. Und wenn ein  bißchen gutes Karma dabei rausspringt, solls mir recht sein!

Caroline W., eine (Süd-)Deutsche, die vor mehr als 25 Jahren ausgezogen war, in Spanien Ihr Glück zu machen, hatte sich letzten Sommer im HüFo, dem www.huehner-info.de – Forum, angemeldet, um nach Hilfe beim Stallbau zu fragen.  Sie hatte Hennen, schlimm – unvorstellbar schlimm – misshandelte und geschundene Hennen bei einem Bauern aufgesammelt, die sie, damals noch ohne Ahnung vom Hühnerhalten zu haben, aufpäppeln und pflegen wollte. Dem Leid ein Ende bereiten. Machen – nicht zusehen. Verantwortung übernehmen.

Allein.





Das klappte zunächst angesichts der Hinterlassenschaften und der Bedürfnisse der Hühner nur bedingt und wurde letztlich, nachdem Caroline die Hennen mit Wärmelampen und den Katzen zusammen auf deren Matzratze auf ihrer Terrasse beherbergt hatte, dank einer Spende der Hü-Fo Mitglieder umgelenkt: Caroline schaffte es, im Alleingang mittels der Spenden einen Holzstall zu bauen.



Das ist nicht so einfach, denn Caroline wohnt am Hang eines Bergdorfes im nördlichen Spanien mit einer wunderschönen Aussicht – leider zur Nordseite. Das heißt im Klartext: im Winter ist es  sehr kalt. Und der Hang ist ein echter Hang – zwar terrassiert, aber sehr, sehr steil. Da ein Holzhaus als Stall zu errichten, erfordert Kraft und Geschick. Geschick hat Caroline, ganz klar. Die Kraft geht ihr aber manchmal krankheitsbedingt aus.




Ein weiterer Nachteil der Lage ist, dass sie es weit hat, um beispielsweise einkaufen zu gehen, dass es beschwerlich ist, zu ihr zu kommen und dass es relativ weit zu den nächsten Menschenansammlungen (Markt, Straßenplaudereien etc.)  ist. Nachbarn hat sie, aber der eine scheint nicht wirklich erfreut über die Tiere und droht damit, auch mal seine Schrotflinte zu bemühen, wenn die Katzen auf seinen Grund kommen sollten. M. und ich haben  sowas wie die Geborgenheit eines sozialen Netzes nicht wahrgenommen – das Netz sind irgendwie wir. Das HüFo. Das Glück, was sie empfindet, weil es völlig unerwartet war, dass da andere sind, die an sie denken. Ich glaube, DAS ist wertvoller als alle Gaben, wobei das Geld ihr natürlich ermöglicht, überhaupt zu leben, für die Tiere da zu sein. 
Also fuhr ich zu Caroline - mit einem Stapel an Geschenken im Gepäck, einer guten Seele namens M. und einer zweiten guten Seele (ja, das habe ich so gesagt und meine es so ;-)) namens Gangwald anbei oder im Auto vor mir. Letzterer  richtetet Caroline einen ausrangierten Laptop einer HüForianerin ein, damit sie bald in Bezug auf ihren eigentlichen Job etwas flexibler ist. Doch dazu später mehr....




...... tja, und was dann da war, das brachte mein Herz doch ganz schön in Bewegung.


Ich denke, man kann den Eindruck so zusammenfassen: Caroline lebt unter Bedingungen mit den Tieren, die sich keiner vorstellen kann, der nicht schon mal in einem südeuropäischen Land gelebt hat und dort keinen Luxus hatte. Wer die Erfahrung schon gemacht hat, darf von dem ohnehin nicht vorhandenen Komfort nochmals die Hälfte abziehen und nähert sich dann dem an, was Carolines Alltag ausmacht: Wasser wird zweimal verwendet, kaputte Glühbirnen bleiben lange dunkel, Gas ist aus – weil zu teuer, der Kühlschrank riecht, weil er hauptsächlich geschenkten Fisch für die Katzen enthält, damit die artgerecht ernährt werden können  – und wo ich persönlich jetzt sagen würde: DA ist eine Grenze erreicht, holt sie eben dennoch noch das für die Hühner, Hündin Bobby und die Katzen raus, was geht und verzichtet selbst auf ALLES, was uns selbstverständlich ist. 



Sie nimmt die Inkontinenz der Katzen inkauf, was man riecht, arbeitet sofort aber allem hinterher, putzt, pflegt, lässt nichts verkommen, was noch haltbar ist – sie schuftet durch. Der Hühnerstall verbraucht Kraft, weil sie Holzeinstreu bei Sägewerken organisiert. Holzeinstreu bringt verstärkt die Notwendigkeit zur Parasitenprohylaxe mit sich, aber Kieselgur kann sie nicht kaufen; sie hatte sich überlegt, als Zwischenhändlerin für Kieselgur aufzutreten, ihr fehlt aber die Lagerfläche für eine ganze Tonne, die sie abnehmen müsste.

Sand statt der Holzspäne ist für sie körerlich nicht zu organisieren - auch wenn er, was Ektoparasiten angeht, weniger Angriffsfläche böte. Also hilft wieder nur: schuften...
 
An mancher Stelle wäre ich pragmatischer. Würde den Hühnern wieder das nehmen, was sie geben – die Eier, auch das Fleisch, dasselbe für die Hähne... ich würde sie schlachten, um den geschundenen Hennen mehr Regeneration zu ermöglichen. Ich würde, wenn ich ohnehin knapp bei Kasse wäre, keine „unnützen“ Esser durchfüttern, wenn ich wüsste, dass wohl mehr todkranke Hennen nachkommen. 

Ich würde die Kraft nicht „nur“ für die Tiere nutzen, sondern versuchen, mir ganz systematisch eine Existenz aufzubauen. Was ich tun würde, wäre aber meine Sache.....

Aber Caroline lebt allein – und ich glaube, manchmal eben in ihrer eigenen Welt. Sonst würde sie das so nicht stemmen.



Dafür hält sie mit aller Kraft alles in Schuss – aber sie findet (das ist meine ganz eigene, subjektive Beurteilung) wenig Raum für sich.

Ich wünsche ihr, dass sich das ändert, dass sie sich selbst auch als ein Wesen sieht, das es verdient, „gepflegt und umsorgt“ zu werden; denn die Tiere, die sie bei sich hat, erfahren diese sehr große Liebe. Und das spürt man rundum. Kein Streit zwischen Hund und Katze, zwischen Hund und Huhn, Katze und Huhn oder artintern. Friede liegt da über dem kleinen Hang....




Doch das Leben am Nordhang ist, wie gesagt, schwer. Ursächlich für die Misere ist nicht sie – mehr möchte ich dazu aber nicht sagen, weil ich finde, dass das ihre Privatsphäre sein sollte. Meine eigene Vorstellung von „Leben“ übersteigt das, was sie leistet – ich sehe es nicht ohne Skepsis, das weiß sie, aber andererseits denke ich, es steht mir nicht zu, über sie zu urteilen. In anderen Worten: wenn ich helfen will, helfe ich so, wie sie es braucht – wenn ich ihr etwas gebe, dann ist SIE diejenige, die entscheiden muss, ob es hilft, ob sie es nutzt – oder nicht.


Was sie jetzt (meiner Beobachtung nach) noch brauchen kann, ist – neben jedem Cent: Knochenquetsche, Solarlicht für Notfälle, Febreze, vier aufhängbare Futterspender – dann fliegt nicht so viel Hühnerfutter auf den Boden. Und eine Solardusche finde ich auch eine gute Idee.  Aber das bin eben wieder... ich. Und ich bin nicht  Caroline.

Wenn es so ist, dass man als Mensch Kenntnis von Unrecht oder Misstand erhält, gibt es verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen.


Caroline hat hingesehen.

Caroline verurteilt nicht, sie urteilt und handelt.
Sie verwendet ihre Energie für die Tiere - und der Traum wäre, wenn es jetzt für sie als Spanisch-Deutsch-Übersetzerin irgendwo auf dieser Welt noch einen Job gäbe, den sie von zuhause aus machen kann.
Oder wenn jemand ihre Geschichten kaufen und publizieren würde.....

Und wenn sich irgendwer jetzt angesprochen fühlt, zu handeln.... 
..... stellle ich sehr gerne den Kontakt her!

Samstag, 7. Februar 2015

Das Schlimmste

Heute musste ich das Schlimmste tun, was man sich als Hühnermama vorstellen kann. Ich musste ein Küken töten. Zwei Küken. Man nennt es in Halterkreisen euphemistisch "erlösen". Aber die Wahrheit ist, dass man ein Tierlein tötet. Und zwar, weil es nicht anders geht, weil es keine Chance mehr gibt, weil man spürt, dass da keine Kraft mehr ist und dass das Kleine leidet. Das erste Küken hat es nicht geschafft - es hat seit drei Tagen gepiepst, wir haben gekämpft!
Ich habe ihm frischen Dotter mit Vitaminen gefüttert, es gestern Abend auf meiner Kehle gewärmt, in meinen BH gesteckt, es gestreichelt und dann, als es ruhiger zu werden schien, etwas abseits von den anderen in einem Playmobilgehege unter die Kunstglucke gelegt. Heute früh lag es da immer noch, allein. Und ich fühlte mich schlecht. Vor allem, als alle anderen Küken so lustig herumsprangen.





Kurz nachdem ich vom Arbeiten heim kam, bin ich hoch - und es lagen die beiden anderen Küken, reine Ayam Cemanis, schwe atmend, müde, leise piepsend und ganz flach am Boden. Auch mein Locken weckte sie nicht wirklich auf.


Ich hatte zuerst darüber nachgedacht, zum Tierarzt zu fahren, als die beiden Winzlinge da halbtot unter der Kunstglucke lagen. Aber sie hatten sich dann in meine Hand gekuschelt, und die Vorstellung, sie bis zum Einschläfern nochmal in eine Kiste in die Kälte legen zu müssen, sie ihrer Angst zu überlassen, das habe ich nicht ausgehalten.

Die Alternative, die beiden mit CO² über die sogenannte Regenbogenbrücke zu schicken, schien mir irgendwie ebenso grausam. Ersticken. In einem kalten Glas. 

Was macht ein Mensch, dem das Schlimmste ist, dass Tiere sinnlos leiden? Wenn ich es sehe?  Wie weit kann ich gehen, was mir selbst zumuten? Ist meine Seele zerbrechlich, so wie das Tier? Das Tier in meiner Hand, das mir vertraut. Warten? Wie kann ich das, nur, um mich selbst nicht schlecht fühlen zu müssen? Ist das human?  Was ist richtig? was, wenn es schief geht? Dann muss ich nochmal, dann habe ich keine Wahl mehr - warten ausgeschlossen.

Und so kam es, dass ich heute das erste Mal in meinem Leben ein Tier, dem ich das Leben quasi gegeben habe, und das "seine Zeit" in meinen Augen noch nicht hatte, töten musste. Eben zwei....

Zucht, Leben geben, Gott spielen....
...spielen. Nein, ein Spiel war das nicht. Es war furchtbar. Aber sie hatten keine Angst. Nur ich, ich bin sehr, sehr traurig, zu wissen, dass meine Hände töten können.

Das war der Kleine, der erstickte....

Donnerstag, 5. Februar 2015

Ayam Cemani - ein Start mit Problemen

Es gab ja im letzten JAhr eine PPhase, in der ich mal Ayam Cemani brüten wollte. Das Problem war: alle Eier waren unbefruchtet oder porös. Heuer habe ich bruttaugliche Eier bekommen, von denen wirklich 13 von 16 befruchtet waren. Geschlüpft sind aber nur sieben... von denen ist eines ein New-Hampshire-Ayam-Mix und ein weiteres hat eine degenrative Verwachsung...also nich wirklich zuchttauglich.






Aber wir kämpfen natürlich. Cemani-Physiotherapie und eine sanfte Fixirung des Beichens... und schon flitzte es wagemutig über das ausrangierte Stilkissen.....
Man wird verrückt, wenn man Tiere mag ;-)



Sonntag, 14. Dezember 2014

Hü-Fo-Wichteln, die Zweite

Ich habe aus dem wunderschönen Schwarzwald ein soooooo liebes Wichtelpaket bekommen.
Dafür möchte ich an dieser Stelle danken.
Was drin war, war das:
 

Donnerstag, 27. November 2014

Es gibt Tage und blöde Tage....: Lichthuhn, adieu!

Nachdem wir zwischenzeitlich durch vergleichsweise absehbaren, vergleichsweise schnellen und vergleichsweise akzeptablen Tod 13 Hähne aus dem Leben entlassen haben, musste ich mich heute von einem meiner Lieblingstiere verabschieden: mein Lichthuhn war schon gestern Abend nicht wirklich gut drauf, ich war dreimal im Stall, um nach ihm zu sehen und habe ihr Joghurt mit Oregano-Öl in den Schnabel gegeben, um eventuell noch vorhandenen Kokzidien entgegen zu wirken.
Geholfen hat es nichts.
Heute früh lag mein liebes Zwerg-Australorps Hennchen tot im Nest. Da saß sie schon gestern, zusammen mit einem kleinen karamellfarbenen Geschwisterchen der beiden vor-verstorbenen Küken vom 17.9. Ich dachte, das Kleine braucht evtl. doch nochmal Wärme - war ja alles nicht so einfach für die Zwerge. Es scheint als war es umgekehrt, es wollte seine Mama nicht alleine lassen, hat vielleicht gemerkt, dass sie krank ist....

Angesichts der aktuellen Ausbrüche der Aviären Influenza (H5N8) habe ich das Lichthuhn heute Vormittag nach Aulendorf ins STUA gebracht, wo es nun seziert wird. Der Vormittag war futsch, aber was solls?! Ich will nicht schuld sein, wenn hier die Vogelgrippe unbemerkt voranschreitet. Zum Glück war man in Aulendorf recht entspannt, was wiederum bei mir ebenfalls für Entlastung sorgt.
Allen anderen Tieren geht es gut - zum Glück - aber ihr plötzlicher Tod wirft Rätsel auf.

Freitag, 14. November 2014

Hühner-Forumswichteln: eine Klasse für sich!

Jajaja *träller*, Hühner sind toll. Und Hühnerbesitzer erst!
Heute zeigte sich in meinem wunderbaren Leben einmal mehr, wieviel Spaß es macht, wenn man (auch nur virtuell) mit Hühnerhaltern befreundet ist. Es kam nämlich ein Wichtelpaket....und es brachte mich mehrfach zum Lachen und Lächeln.
Das sah so aus:


 
Der Kehllappen ist.... ORIGINELL.... :-)

Der Absender ist wohl eine Frau:

Und ich glaube, ich weiß auch WER, denn eines der Geschenke könnte ich als eindeutigen Hinweis deuten:
 das Ganze ausgepackt ist sooooooo schön!

Außerdem waren fürchterlich kalorische Schweinereien in dem Päckchen und eine BADEENTE *hach* - aber eine MAXI-Ente. Mit Badezusatz.







Und - ich glaube, sie liest meine Postings! - ein Mini-Eierstempel mit einem gaaaaaaaaanz süßen Hühnchen drauf.







LIEBE WICHTELIN, Du hast mich heute WIRKLICH erfreut - DANKE DAFÜR!

Mittwoch, 17. September 2014

Zwei Küken im Nirvana....

Heute war ein schlechter Tag. Ein richtig schlechter Tag. Getrost darf ich sagen: ein SCHEIßTAG!
Auch das wusste ich: wir hatten bisher verdammt viel Glück. Eine Schlupfquote von nahezu 95%, keinerlei postpartale Todesfälle und nur wenig Verluste durch Fressraub. Jetzt aber ist der Wurm drin. Klar, Herbst, Zeit des Abschiedes und gewiss nicht die beste Jahreszeit, um Küken groß zu ziehen.
Aber so? Heute begann alles damit, dass mein großes Kind verzweifelt rief, sie habe ein halb totes Küken im Zaun gefunden.Gar so schlimm war es nciht, aber der Fratz hatte offenbar den ganzen Vormittag über verzweifelt um sein Leben gekämpft, denn er war sehr erschöpft. Der Zaun ist schlicht nicht für einwöchige Küken ausgelegt, denn die gehören eigentlich in diesem Ausmaß noch nicht raus. Fanden bis dato auch die anderen Glucken und verließen das nest immer erst mit Zweiwöchigen. Aber das Lufthuhn ist irgendwie durch den Wind gerade. Vielleicht ist es die Konkurrenz durch die eigenen Töchter - ich weiß es nicht. Jedenfalls lagen in ihrem Nest heute zwei kleine Leichen. Während ich nach den Küken suchte, weil mir nach der Befreiung des kleinen Verletzten und der Fütterung desselben mit Brudersuppe auffiel, dass drei Küken plus eins in meiner Hand in Summe zwei zu wenig sind, schaute ich auch ins Nest.
Da lagen sie. Eines hätte ich verstanden. Eines der beiden war meiner Ansicht nach ohnehin nicht so 100%fit - aber zwei??
Gegen Milben hatte ich gesprüht (Kieselgur und Geraniol), Kokzidiose sollte eigentlich über das Kokzifutter verhindert werden - was also kann das sein? Ich hatte schon überlegt, ob sie schlicht verhungert sind, denn das Pelletfutter mundet ihnen so gar nicht und die Glucken erkennen es auch nicht als etwas Essbares. Gestern aber hatten sie voll reingehauen, als es Feuchtfutter gab. Anererseits kriegen sie so nicht genug Kokzidiostatikum....

Also - Ursachenforschung ist im Grunde müßig. Ohnehin musste ich zunächst mein schluchzendes Kind beruhigen. Schon etwas verrückt, wenn man vor Augen hat, wie sie gestern den Hahn aß....

Und dann saß das Lufthuhn, also die Mutter der Kleinsten, heute abend einfach eine Etage höher bei ihrer Schwester und deren Kindern im Nest. Während sich unten verzweifelt die Kleinsten aneinander kuschelten. Da musste ich mich schon fragen, ob die beiden Babyleichen ein von der Mutter herbeigeführter Infantizid waren.... postpartale Depression bei Hühnern - warum nicht auch das....

Ich habe die Vier jedenfalls nach oben ins Nest gesetzt und mit einer Hamstertreppe, ein paar Ziegelsteinen und einem Holzklotz den Stall etwas umgebaut, in der Hoffnung, dass sie nun den Weg in das neue Nest alleine machen.

Außerdem habe ich Dutchys, gefräßige Raubmilben, in den Stall entlassen, für den Fall, dass dort doch noch eine vorwinterliche Rote Vogelmilbe hausen sollte. Oder Federlinge, oder, oder, oder....

... und jetzt.... muss ich warten.......und hoffen!


Dienstag, 16. September 2014

Acht Hähne im Nirvana

Ich wusste, der Tag würde kommen, ich wusste, Morpheus würde nur der Anfang sein - und ich wusste, ich würde dabei sein wollen. Immerhin waren es die ersten Küken, die heute den Übertritt ins Paradies erfahren haben.
Also habe ich gestern acht bereits krähende, potente bis bald-potente Junghähne ausgesucht. Selektiert, sagt man, was mir das Herz bluten lässt. Wieder einmal, wie beim Schlupf, das Gefühl, "Gott spielen" zu müsse. Ich musste entscheiden, welche sechs bis acht ihr Leben lassen würden, so wie ich entscheiden musste, ob ich es mit den Spätentwickler-Eiern versuche oder nicht.
Gestern habe ich sie in einen separaten Stall gesetzt, um sie nicht unnötig zu stressen, und heute morgen gab es von dort ein Krähkonzert a'la carte - was ein Glück, dass die mega-empfindlichen Nachbarn gerade in Portugal sind...

Tja, und dann das Schlachten - geht ja recht schnell, gewissermaßen. Ich hatte befürchtet, eine Maschine würde die Schlachtung übernehmen, aber tatsächlich war es Handarbeit. Ab dem vierten Hahn konnte ich sogar zusehen...
Gut, groß sind sie natürlich nicht, sind ja Zwerghähne, so zwischen 550 und 750 Gramm wiegen sie....

Beim Ausnehmen, Putzen und Restrupfen habe ich schließlich auch geholfen, die Mägen gesäubert - was DA alles drin ist! - tja.. und heute Abend gibt es dann wohl Hühnerfrikassee..... schluchz. Aber lecker wird es. Und ganz erhlich: besser als geschredderte Babyhähne ist es allemal....

Dienstag, 9. September 2014

Wyandotten sind einfach miese Mütter!

Jetzt hat Bella, dieses zickige Wyandottenhuhn, nach nur zwei Wochen (!) aufgehört, ihre Küken zu führen. Ist das die Möglichkeit? Wenn nicht das gute Lichthuhn wäre, die sich der Kleinen angenommen hätte, müsste ich jetzt winzige Hühnerbabies retten....zum Glück sind die Kleinen dank des geteilten Nestes bereits an die Adoptivmutter gewöhnt.

Meine Nerven, meine Nerven....

Freitag, 29. August 2014

Flugbild: Der Seeadler

Das also war er, der Seeadler. Hat wirklich NICHTS mit dem Tier vom letzten Post zu tun... #

Sonntag, 24. August 2014

Flugbild: wer ist das denn?

Achja, so eine Zeit ohne Hühner kann doch auch ganz erholsam für mich sein.
Vor allem, weil sich mittlerweile (!) nach einem Jahr ein Nachbar beschwert. Ist jetzt in Rente und hat offenbar nix mehr zu tun. Außerdem war der Fuchs da (siehe letzter Post hier).
Nun, auch im Urlaub kann ich nicht lassen und beobachte potentielle Feinde. Neulich lief doch wirklich ein Fuchs neben dem Auto her. TAGSÜBER. Und dass die nachts die Landstraßen hier im Biosphärenreservat unsicher machen, liegt auf der Hand.

Wer aber ist das, den ich heute in der Luft gesehen habe? Hat jemand sachdienliche Hinweise? Das Tier hat weiße Federn am Rand... schön, ne?

Dienstag, 29. Juli 2014

ICH MAG DAS SO NICHT!

Ja, ich weiß - lange ruhig und so.
Die Wahrheit ist: es war SO viel los, dass ich keine Lust hette, zu schreiben.

1. Dr. Ei-Zehn wurde ermordet.
2. ein Tier rüttelt an unserem Zaun - nachts, der Zaun ist verbogen. WER IST DAS?
3. Jetzt brütet wieder ein Lilu, und das, wo ich in Urlaub will und außerdem
4. eines der Lilus Kozidien hat/te(?)

MANN, alles doof!

Dienstag, 15. Juli 2014

Die Küken in Nachbars Garten-.... - oder was soll das?

Ich könnte langsam echt die Krise kriegen. Da lasse ich meine Großküken extra über das WE meiner Abwesenheit im Auslauf (viel zu klein für so viele Tiere!), um ihnen heute wieder mehr Freiheit zu lassen. Prompt fehlt beim Abendappell eines (ein helles, mal wieder!).
Also suche ich dort, wo ich mich als Küken verstecken würde: im Busch. Und sehe da ein echt böse verletztes, kleines, ängstliches Federtier. An Hals und Schwanzwurzel angeschlagen - richtig schlimm...
So sieht es aus: :-(


















Jetzt bin ich also auf der Suche nach dem Dieb. Wer schlägt meine Küken am hellichten Tag?

Montag, 14. Juli 2014

Chicken transport and Chicken Race

Das war mal wieder eine richtig tolle Aktion von mir *selbstaufdieSchulterklopf*.
Um genau zu sein, waren es zwei Aktionen.

Aktion 1 - Auswechselspieler der National-Elf (Schwarzwald):
Im Schwarzwald gluckte ja zeitgleich zu meinem Brutautomaten (siehe: Krambamboli - Einmal die Auswechselspieler, bitte!) Hedwig.
Hedwig hat eine komplette Mannschaft erbrütet, die sie bereits erwartungsvoll ob des sich multisensorisch eröffnenden Gartens bei Fischbach in den Katakomben vor dem Betreten des Spielfeldes wähnte.
Allein meine Auswechselspieler fehlten noch und - ohne Ball und Hymne - machen seither, also seit etwa Freitag und dem Nationalsieg, den Garten unsicher.
Es wuselt und schmuselt. Woher ich das weiß, wenn ich doch gar nicht im Schwarzwald lebe?

Hm, das ist Aktion 2 - Rettung der Entrechteten, der Ausgestoßenen und Resozialisierten:
Ich hatte fest vorgehabt, einen kleinen Stamm der Zweitbrut an die Frau zu bringen.
Aus diversen Gründen kam es anders (die Story ist zu abstrus, um sie hier zu erzählen, es sei denn, man bittet mich darum, dann aber wohl nur als persönliche Nachricht; denn die Wege Allahs sind unergründlich und tief!) und die vier Damen und der eine Herr verbrachten, während ich einen Kurzurlaub in Titisee genoss, drei Tage unter dem Stamm einer dichten Tanne, geschützt vor Getier und Gesocks nach einem kurzen Chicken Transport durch den Schwarzwald....

Ja... also... eben musste ich sie zurück holen, weil - da können sie ja nicht bleiben.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Krambamboli - einmal die Auswechselspieler, bitte!

Ohja, das war Geschichtsfußball, Entsetzen pur in Brasilien beim 7:1, während bei mir im Bad die ersten Drittel-Kunstbrut-Küken bereits friedlich schliefen und sich auch von den Raketen und dem Feuerwerk draußen nicht stören ließen.
Fußball ist trotz ihrer trikotfarbenen Flauschbefiederug kein Thema, vielmehr fragt man sich: was sind das für grüne Punkte im gelben Ei?

Austradotten sind geschlüpft

Rotkehlchens-Cleopatras-Morphines Küken - fünf an der Zahl - haben das Licht jenseits der Eierschale erblickt. Und entgegen unserer guten Naturbrutgewohnheit, die ich nur in wenigen Not- und Ausnahmefällen durchbreche, war es für alle das Kunstlicht meines Bades. (Zum Glück habe ich drei Bäder....)

 Und jetzt rollt der Flauscheball - einmal quer durch die Badewanne.
Bis ich endlich die optimierte Wärme hergestellt hatte, war es ganz schön heikel - die Kunstglucke, die ich regulär erworben hatte, hat die Wanne auf 41°C aufgeheizt - kurz vor knapp also wieder ausgeschaltet und den Brüteraufsatz zweckentfremdet, jetzt schlummert wieder alles.

Das sind also unsere Auswechselspieler in der Hühnermannschaft (40 Freunde sollt Ihr sein. Achnee, das war Alibaba...), die leider/ zum Glück bei Mutterglucke Hedwig im Schwarzwald bei Fischbach unterkommen.

Der unwissende Leser fragt: warum?

Ja, lieber unwissender Leser, die Frage ist berechtigt und verständlich. Warum zieht sie fünf Küken im Brüter auf, um sie dann wegzugeben?
Nun, die Antwort ist einleuchtend und klärt sich durch eine geschichte, die ich Euch hier bisher vorenthalten hatte (wegen des Schutzes diversester Persönlichkeitsrechte).

Vor etwa drei Wochen, also um genau zu sein vor genau drei Wochen und einem Tag, wurde ich um Hilfe gebeten. Eine Glucle, die sich später als eigentlich zwei Glucken herausstellte, brütete seit sage und schreibe zwei Monaten. Man stelle sich vor: kein frühling, kein Sommer, keine Sonne - nur Nest.

Tragischerweise brütete sie auf Nichts (wahlweise auch unbefruchteten Eiern), weil das Frauchen, unwissend ob des nötigen Entgluckens, die Damen brüten ließ.

Über acht Wochen, mehr als zwei Monate - in einem Nest zu zweit... das war NICHT GUT!
Nun, da bereits die Ersten post-Morpheus-Eier entstanden waren, also die ersten Post-Morpheus ÜBERHAUPT, war ich schnell entschlossen
Also, frei nach Bertolt Brecht:

Ja ,mach nur einen Plan...

 .... und offerierte derer sechs, um die vermeintlichen Glucken wenigstens in die Nähe eines Erfolgs zu geleiten. die vor zwei Wochen geschlüpften Küken von Lotta sollten dann, sofern die Gluckenkräfte reichten, herhalten müssen und zur Adoption freigegeben werden.

SO der PLAN.
Die Wirklichkeit war GANZ anders:

... gebrütet wird hier nicht!

 Die Glucken waren nicht nur gluckend, sondern auch verfederlingt und vermilbt. Das sah ich bei meiner Kraft-Inspektion, als ich mir ein Bild machen wollte, ob die Damen kräftig genug sein würden, die Küken, die ich ihnen anzuvertrauen gedachte, aufzuziehen.
Also her mit AniForte® Milben-Stop Puder 2 kg + Puderflasche (rein biologisch auch für Biobetriebe sowie gegen Flöhe usw. geeignet!)
 und Insektizid, Verminex und neuer Streu, die Hühner eingepudert (ich sah aus wie ein Bäckerlehrling im ersten Jahr) und...
aus war's dank neu gewonnener Lebenskraft mit Glucken. Eier angebrütet? Egal, sagten die Damen, lass mich endlich in der Sonne baden!

... und mach dann noch nen zweiten Plan

Da saß ich also mit den sechs Eiern, habe sie geschiert und festgestellt, dass fünf davon echt Potenzial hatten. Absterben lassen? Quasi abtreiben? Obwohl ich Möglichkeiten habe?
Und der Urlaub? Ich hatte alles so detailliert geplant, jeden Schlupftermin, den Verkauf der Hähnchen und Hennen, den Schlachttermin. Und jetzt DAS!

(doch halt DEN möglichst schlicht!)

Die Hilfe sitzt im Schwarzwald, wo die liebe Frau aus der Nähe des Dorfes Fischbach, also aus dem Nachbardorf von Fischbach, zeitgleich eine Henne (Hedwig) am Brüten, die Tage am Schlüpfen (die Eier) und dann hoffentlich am Glucken hat und haben wird.
Am Freitag werden wir also auf dem Weg in den Urlaub unsere fünf Auswechselspieler dort abladen, unter Hedwigs Fittiche anvertrauen und dann TOTAL ENTSPANNT wellnessen, während hier...

ach, was dann hier gewesen sein wird, schreibe ich, wenn ich wieder da bin :-)

Bis dahin: unsere Auswechselspieler!





Samstag, 28. Juni 2014

Das Leben ist ein Fluss - oder: one for the road!

Ständig in Bewegung alles hier.
Da ist zum Einen die Zuzugsbewegung:
Lotta hat die nachweislich ersten reinrassigen Austradotten ausgebrütet.
Sie sind die 12 letzten Nachkommen von Morpheus (und Morphine), für mich spannend ist, dass die Farbe auch hier 1:2:2 ist. Vier gelbe Küken, acht schwarze. Wenn ich jetzt berücksichtige, dass es eigentlich vierzehn Eier gewesen wären und großzügig aufrunde (ein gelbes mehr, ein schwarzes mehr), stelle ich die Vermutung an, dass hier die zweite mendelsche Regel (Spaltungsregel) in Kraft getreten ist. Denn Morphine hat als F1-Generation eine typische Wyandottenmusterung und ist hell, Morpheus hatte zwar den Wyandottenhahnen-Oberkörper, zeigte aber im Rumpf auch klassische Australorps-Merkmale. Das dürfte sich so, wie es bisher eben auch war, dann im Wachstum am Phänotyp der Küken als F2-Generation zeigen.
Spannend!

Und sonst? Tja, da gab es zum Anderen auch Abgangsbewegung.
Nun, die Arbeit am Zaun brachte nicht viel. Gestern stand die zitternde Nachbarin mit einem verletzten Küken vor der Tür, ihre Katze habe es gebracht. Da ich selbst nicht da war, wurde es von meiner Fee in Augenschein und Obhut genommen, die glücklicherweise Hühner-Erfahrung hat und dann entschied, es wieder zu den anderen zu setzen. Als ich abends zählte, fehlte dennoch eins mehr. Ich schätze, das zurück gekehrte war das one for the road, die Hauptmahlzeit hatte Lina (die Katze. Leo ist wohl schon eine Weile gehimmelt und ich hatte es vor lauter Hühnerei nicht bemerkt) vermutlich schon am Stammtisch. Na, der zitternden Nachbarin ließ ich dann vier Eier bringen - für die Nerven. Woraufhin ich heute eine Menge ihres weltbesten Kartoffelsalats bekam.
Ich liebe Dorf!

Letztes vollständiges Familienbild mit Tante Lufthuhn
Außerdem fanden gestern fünf von Lichthuhns großen Küken eine neue Heimat auf dem Spitzberg. Mit riesiger Voliere und Freilauf, wenn Mensch vor Ort ist.
Ich hoffe, dass wir richtig gegriffen und die Hennen erwischt haben - Umtausch ist ja nicht ausgeschlossen, aber blöd wäre es dennoch. Ich finde es echt schwer, bei Austradotten das Geschlecht zu bestimmen. Wird als Keuzungsziel notiert: Kenn-Zeichen züchten ;-)


Freitag, 20. Juni 2014

Good bye, ciao-ciao, auf Wiederseh'n - The Crow I.



Nein, ein Wiedersehen gibt es nicht. Es ist der Tag des Abschieds. Ich werde ihn musikalisch gestalten.
Da ist Nummer Eins in der Reihe der Verabschiedungen - Morpheus (musikalische Untermalung):

 

Er wird morgen vorgekocht gegrillt und gab für heute eine nette Suppe.

Wohlgemerkt ohne jedwedes zusätzliche Fett. Wenn man sich den Pott dann so anschaut, kann man sich vorstellen, dass er für die Mütter mit Küken nicht allzu viel übrig gelassen hat.

Nun, "Küken" ist das zweite Stichwort: es fehlt wieder eines, jetzt von Bella.
Das Gemeine ist: ich hatte die eine Krähe gesehen, die Hähne hatten gewarnt, ich war selbst mit einer Hühner-Interessentin im Garten und der Eichelhäher* hat aus Leibeskräften gebrüllt und seine Warnrufe ausgestoßen. Ich bin sogar hoch ins Gebüsch und war vermutlich nahe dabei, aber ich habe kein Küken schreien hören. Drecksviecher, diese im Duo jagnden Krähen - das bringt mich noch ins Grab!
Ans Luftgewehr. Nein, natürlich nciht - ich bin nur stinkesauer, dass ich meine süßen Freilandküken jetzt zwangskasernieren muss.
Der Unterschied zwischen vor-dem-Häher und danach war der, dass ich am Anfang acht Küken bei Bella gesehen habe, nach der Hühnerschau und dém Häherschrei nur noch sieben. Und das blieb dann den Tag über so.
Was bedeutet, dass ab heute leider wieder alle eingesperrt werden müssen.

Wenn sie sich aber auch nicht dran halten: FOLLOW THE LEADER!



* übrigens auch ein Rabenvogel: Häher-Info




Mittwoch, 18. Juni 2014

R.I.P. lil Ass-Kicker - oder: The Walking Cat, Staffel I

Ich weiß nicht, ob ich schuld bin, ob Nachbars Katze schuld ist, der Milan oder eine der verdammten Krähen -! - oder ob es einfach der Lauf der Dinge ist. Aber es fehlt heute Abend ein kleines gelbes Küken vom Lufthuhn.
Gerade war Besuch da, um sich ein paar Hühnchen herauszusuchen (womit jetzt 14 von 33 vermittelt wären: 12 Hennen, zwei Hähne - der Rest ist wohl Hahn, vorerst), da haben wir die Kleinen mitsamt Eltern in den Auslauf gebracht. Von dort aus wird sich wohl ein Kleines wieder rausgestohlen haben - und war dann, so meine Theorie, schutzlos einem Angreifer ausgeliefert, dessen Identität wir nicht kennen. Kein Blut, keine Feder, aber eben auch diese vermaledeite Nachbarskatze nicht an dem Ort, an dem sie sonst abends immer wartete, bis ich im Haus bin.
Scheiße.
Oder kann man das anders sagen?
Rest in peace, little Ass-Kicker, there will hopefully be no return of the living cat.

Montag, 16. Juni 2014

Brutwut, Freigang und ein intermediärer Erbgang (Kammformen)

Meine Fresse, da ist echt was los in unserem Garten. Mittlerweile haben sich die beiden Australorps-Adoptionsfamilien mit dem Gesamtstallgefüge arrangiert, was mir eine erhebliche Stressreduktion ist, denn die Halbstarken (freue mich über Angaben zum Geschlecht) und die Kindergartenkinder passen sich, wie im richtigen Leben, den Erwachsenen an. Und da die nunmal deutlich vor Dämmerung zwecks letzter Mahlzeit ins Bett, respektive auf die Stange und ins Nest, gehen, kann ich recht sicher sein, dass das die Kleinen auch tun und dass der Axt-Türöffner zu einem zuverlässigen Schließer wird.
Außerdem trägt diese Großfamilienkonstruktion zum Wohlbefinden aler bei, denn unter den Halbstarken sind welche, die noch Mutterliebe brauchen und sich die einfach in der Dämmerung von ihrer Tante Lufthuhn holen, welche dann gestern sage und schreibe 19 Küken wärmte.

Zur Belohnung gab es heute früh Ayam-Cemani-keine-Bruteier, denn es war am Ende nicht mal eines befruchtet, und vier Austradotten-Eier, von denen zwei minimal angebrütet waren. Aber nur ein winziges Bisschen, das konte ich verantworten!

Lotta brütet jetzt fest - und ich ausgebuffte Hühnermutti habe ihr die Brut aus dem Automaten untergelegt, sodass sie jetzt auf 14 echten Austradotten-Eiern sitzt. Echten, echten. Ich bin überzeugt, dass es ihr besser gelingen wird, die genannte KLientel großzuziehen als mir, vor allem, weil ich mir so die Aktion Kunstglucke spare.

Ich selbst beschäftige mich neben Korrekturen von Nettchens Innenleben (Kleider machen Leute, Gottfried Keller) mit der Genetik und der intermediären sowei der dominant-rezessiven Vererbung der Hühnergene. Es wird spannend, Inge!
Und bin zuversichtlich, bald anhand des Phänotyps entschlüsseln zu können, wer die Elterntiere der Küken sind (sofern das wichtig is, was es nur bedingt ist) und künftig besser kreuzen zu können. problematisch ist, dass das, was mir wichtig ist, Verhalten und Ei-Qualität, sich im Phänotyp ja erst zeigt, wenn es ggf. zu spät ist. Also doch wieder der Blick auf die Äußerlichkeiten.
Leute, ich sags Euch: passt in Bio auf!